Meine 42 km durch Frankfurt


 

An den 31.10.2005 denke ich gerne zurück...mein Lauf durch die Metropole Frankfurt. Über 10.000 Läufer sind an diesem Tag an den Start gegangen und ICH mittendrin. Einfach WOW!!! Obwohl - ein wenig nervös machte mich die Menschenmasse schon.

Als dann endlich der Startschuss fiel und das große Läuferfeld sich auf der ersten Schleife durch Frankfurt ein wenig verteilte, war ich richtig berauscht von der Musik, dem Pfeifen, Klatschen und den Zurufen der Leute am Straßenrand. Es hat mir auch viel bedeutet, dass ich nach 6 km am Straßenrand meine Freunde entdeckte, die selbst angefertigte Fan-Schilder in die Höhe hielten. Ich bin die ersten Kilometer einfach nur gelaufen, bzw. das Laufen ging eher so nebenbei vonstatten. Schließlich musste ich ja alles in mir aufsaugen. Ich wusste manchmal gar nicht, wo ich zuerst hingucken sollte. Ich hab mich richtig von der Atmosphäre mitreißen lassen. Einfach WOW!!!

Leider hatte ich nach 19 km Oberschenkelprobleme bekommen und konnte auch später, als mich andere Vulkanläufer überholten, nicht mit ihnen Schritt halten. Ich bin dann langsam weiter "getippelt". Aber grad an dieser Stelle bzw. in dieser Situation fand ich das Publikum klasse. Die haben mich namentlich angefeuert, wollten mir Getränke reichen, und einer ist sogar ein Stück mit mir gelaufen. Das fand ich schon klasse; besonders weil das fremde/unbekannte Personen waren, die aber irgendwie an MICH glaubten. Einfach WOW!!!

Ein paar Kilometer hab ich mich einer anderen Läuferin angeschlossen und wir haben uns gegenseitig motiviert. Bei Kilometer 29 kam mir Inge entgegen und hat mich aus meinen eingefahrenen Lauftrott rausgeholt. Ein wenig geärgert hab ich mich über einen Streckenposten, aber diese Wut spornte mich nochmal an und ich konnte mein Tempo etwas steigern.

Trotzdem waren die letzten 10 km schon schleppend gewesen. Ich hab zwar nicht ans Aufgeben gedacht, aber irgendwie kam ich auch nicht von der Stelle. Auch das ganze Drumherum am Straßenrand hab ich nur noch schemenhaft wahrgenommen, weil ich so konzentriert war, einen Schritt vor den anderen zu setzen. Erst als wir bei der HR-Bühne bei Kilometer 40 vorbeikamen, wurde ich wieder auf die Leute um mich herum aufmerksam. Denn der Moderator von HR hat uns über Mikrofon ausgerufen und der ganze Platz war voller Menschen, die uns anfeuerten.

Das Durchhalten wurde auf jeden Fall durch den tollen Zieleinlauf in die Frankfurter Messehalle belohnt: auf dem roten Teppich; überall Glitterblättchen; ein Moderator, der die Menge zum Anfeuern motivierte; eine große Leinwand, wo man sich selber laufen sah. Einfach WOW!! Ich glaub, ich hab in dem Moment so laut gejubelt, dass Inge neben mir sicher Ohrenschmerzen davongetragen hat. Sorry, Inge!


Am Schluss möchte ich gerne anmerken, dass ich zwar alleine gelaufen bin und darauf auch unheimlich stolz bin, aber das Publikum hat mit der Stimmung viel dazubeitragen, dass ich den Lauf einfach nur genossen hab und noch lange davon zehren werde. Am liebsten würde ich mich bei jedem einzelen bedanken, der auch noch nach 5 Stunden am Straßenrand stand, und an MICH glaubte. Danke.

 

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